Die Reihe ist Bezugspunkt für Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler verschiedener Disziplinen, die
zu sozialen Klassen, Milieus und Habitus arbeiten und besonders an Pierre Bourdieus relationale The-
orie der Praxis und deren Weiterentwicklungen anknüpfen. Handeln, Sichtweisen und Lebensführung
werden nicht einseitig ökonomisch, sondern ebenso aus den Klassifikations- und Bewertungsmustern
der Alltagskultur und dem sozialen Kräftefeld erklärt. Die Reihe bündelt theoretische, empirische und
methodologische Beiträge, die vor allem die Ungleichheit im Bildungs- und Sozialwesen, in der kultu-
rellen und politischen Partizipation sowie im Arbeitsleben, aber auch grundlegende Analysen der Klas-
sen- und Milieustruktur, ihrer Geschichte und im internationalen Vergleich thematisieren.
Bisher sind erschienen:

Armut und Schule. Herausforderungen und Handlungsmöglichkeiten für die pädagogische Arbeit
2026
Sabrina Rutter & Florian Weitkämper (Hrsg.)
Angesichts der Tatsache, dass gegenwärtig in Deutschland etwa jeder siebte junge Mensch in Armut aufwächst, stehen Schulen vor erheblichen Herausforderungen. Sie sollen durch gezielte Strategien und Konzepte den Kreislauf sozialer Benachteiligung durchbrechen. Der Sammelband zielt darauf ab, eine armutssensible Haltung der beteiligten professionellen Akteure zu stärken. Er richtet sich neben Lehrkräften auch an Fachkräfte aus dem (früh- bzw. sozial-)pädagogischen Bereich und kann sowohl im Studium als auch zur Fort- und Weiterbildung genutzt werden. In diesem Zusammenhang werden wissenschaftliche Erkenntnisse aus verschiedenen Disziplinen sowie praxisnahe Beispiele präsentiert, die Anregungen zur Weiterentwicklung der eigenen pädagogischen Arbeit bieten.
https://www.beltz.de/fachmedien/paedagogik/armut-und-schule/BEL449344

Habitus – Digitalität – Schule. Eine rekonstruktive Studie zum medialen Habitus von Sonderpädagog:innen
2026
Christin Kupitz
Digitale Transformationsprozesse verschärfen bestehende Ungleichheitsverhältnisse im Bildungssystem und betreffen vor allem Schüler:innen an Schulen mit dem sonderpädagogischen Schwerpunkt Geistige Entwicklung. Um Ursachen, Formen und Bedingungen dieses Digital-(Disability-)Divide zu untersuchen, wird entlang einer qualitativ-rekonstruktiven Forschungslogik der mediale Habitus von Sonderpädagog:innen analysiert, der grundlegend mit den sozialen Positionen der Akteur:innen sowie mit den Kapitalverhältnissen in diesem sozialen Feld zusammenwirkt und digitale Teilhabeprozesse (mit-)bestimmt.
https://www.beltz.de/fachmedien/paedagogik/produkte/details/57783-habitus-digitalitaet-schule.html

Durchschreiten, Durchkämpfen, Durchwurschteln oder Durchleiden? Soziale Milieus im Grundschullehramt. Eine qualitative Untersuchung von Studierenden einer Pädagogischen Hochschule
2025
Kerstin Heil
Die qualitative Studie untersucht am Beispiel vom Grundschullehramt einer Pädagogischen Hochschule die Bedeutung der sozialen Herkunft für die Aneignung eines Studiums. Theoretische Grundlage bildet die Habitustheorie von Bourdieu und der Ansatz der sozialen Milieus. Entlang von fünf herausgearbeiteten Mustern werden die milieutypischen Orientierungen der Studierenden dargelegt und Passungsverhältnisse im Studium verdeutlicht. Abschließend wird die Relevanz einer kritisch-reflexiven Auseinandersetzung der künftigen Lehrkräfte mit ihrer sozialen Herkunft diskutiert.

Soziale Milieus und Habitus im Feld der Bildung
2025
Helmut Bremer & Andrea Lange-Vester (Hrsg.)
Der Band präsentiert qualitativ-empirische Analysen aus ausgewählten Bereichen des Bildungswesens, die auf der Habitus-Feld-Theorie Pierre Bourdieus und dem daran anschließenden Konzept der sozialen Milieus von Michael Vester u.a. aufbauen. Im Mittelpunkt stehen zunächst die Themenschwerpunkte ›Grundbildung und Erwachsenenbildung‹ sowie ›Hochschule und Studium‹. Darüber hinaus gilt der Bedeutung des (Professions-)Habitus für das pädagogische Handeln besondere Aufmerksamkeit. In den Blick geraten insgesamt vor allem Passungsverhältnisse und ungleichheitsbezogene Ein- und Ausschlüsse aus dem Feld der Bildung.